Sunday, April 02, 2006

Exportgut: Terror

Es gab eine Zeit, da wurde viel über Globalisierung gesprochen. Ich hielt das damals für quatsch. Weshalb sollte man eine Entwicklung, die dem Kapitalismus immanent ist, einen neuen Namen geben? Vermutlich nur deshalb, um sie anzuprangern: Immer dann, wenn die alte Leier vom Polypenhaften, die schöne bodenständige Kultur zerstörenden Monstrum die Rede war (das man vor allem hierzulande eine lange Zeit als jüdische Weltverschwörung bezeichnete) wurde auch von "Globalisierung" gesprochen.

Dagegen, die Welt könnte eine geworden sein, rebellierte man schon immer. Nun wurde der Feind ein anderer Namen gegeben und als "Globalisierung" erkannt. Klar gab es auch Pragmatiker, die den Begriff übernahmen. So redeten zum Beispiel einige Unternehmensführer davon, die Globalisierung würde ihnen dies und jenes diktieren, meinten damit aber auch nichts anderes, als dass es eben bestimmte Sachzwänge gibt.

Die Islamisten reden nicht davon, obwohl es sich gut anbieten würde. Immerhin haben sie denselben Feind, wie die sogenannten "Globalisierungsgegner". Im Islam kennt man Juden und Kreuzfahrer eben besser...

Dabei sind gerade die Islamisten -- ebenso wie Globalisierungsgegner, nebenbei -- ein gutes Beispiel für einen solchen Globalisierungsprozess. So, wie die Welt dank dem Kapitalismus zu einer geworden ist, treten auch seine islamistischen Gegner global auf. Irgendwie handelt es sich eben doch nicht um die Armeen Mohammeds, sondern um einen Haufen moderner Terroristen, der sich jeden Fortschritt zu eigen macht, der seinem Ziel, dem totalen Islam, dient.

Dabei ist es von einigem Interesse, wie diese Leute als globale Bewegung agieren. So werden zum Beispiel die Fronten des globalen Djihad, als Ausbildungslager für all jene Terroristen begriffen, die in anderen Teilen der Welt aktiv sind. Man möchte zum Beispiel gar nicht daran denken, wie viele Terroristen aus Europa gerade im Irak ausgebildet werden. Bereits heute lässt sich feststellen, dass die Taktik der Terroristen im Irak in andere Länder exportiert wird.


Islamic extremists in Iraq are providing military training and other assistance to Taliban and al-Qaeda fighters from eastern and southern Afghanistan and Pakistan's tribal areas, U.S. intelligence officials told Knight Ridder.

A small number of Pakistanis and Afghans are receiving military training in Iraq; Iraqi fighters have met with Afghan and Pakistani extremists in Pakistan; and extremists in Afghanistan increasingly are using homemade bombs, suicide attacks and other tactics honed in Iraq, said U.S. intelligence officials and others who track the issue.

Several Afghan and Pakistani "exchange students" volunteered to join the fight against American and Iraqi forces in Iraq, but they were told to return to Afghanistan and Pakistan to train others there, two U.S. intelligence officials said. They and other officials spoke on condition of anonymity because the intelligence is highly classified.

Intelligence suggests that if the trend continues, U.S. forces, already contending with escalating violence in Iraq, could face the same thing in Afghanistan in the coming months, further complicating the Bush administration's plans to withdraw some troops.

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