Thursday, March 02, 2006

Taliban Botschafter an der Uni


Erinnert sich noch jemand an die Talibanregierung in Afghanistan? Ganz genau, das sind die, die damals die Buddah-Statue in die Luft gesprengt haben und Bin Laden beherbergten. Jene Barbaren, die zurück in die Steinzeit wollten und den einzigen Fortschritt in modernen Waffensystemen sahen. Fernsehen war in Afghanistan damals verboten, aber einen Raketenwerfer hatte jeder gute Talibankämpfer unter seinem Kopfkissen liegen. Es hatte schon etwas merkwürdiges, wie diese langbrtigen Gestalten mit ihren mittelalterlichen Klamotten neben niegelnagelneuen Granatwerfern standen.

Ein Botschafter der Taliban, Rahmatullah Hashemi, drückte die Situation in Afghanistan damals wie folgt aus:


[...] the problem in Afghanistan is not political differences. The problem in Afghanistan is the weapons. Everybody has weapons, and now if they are fighting us, it is not because of our ideological differences; its because of weapons. There were a lot of weapons before, and you know, the Afghans know that so many times they tried to have one government and then after a week or so, they fought, because all of them got different weapons and they would fight.

Das restliche Interview mit Hashemi ist weniger amüsant. Im wesentlichen betreibt er eine Art islamistische PR-Kampagne, die dazu dient, Bin Laden, die Burkha und das Bärtetragen zu verteidigen.

Umso mehr überrascht es, dass dieser Heshemi sich nun an einem Ort aufhält, wo man ihn am wenigsten vermuten würde: In Yale.


Ein früherer Sprecher der radikalislamischen afgahnischen Taliban ist inzwischen Student der renommierten Universität Yale im US-Bundesstaat Connecticut.

Wie das "New York Times Magazine" gestern berichtete, verließ der heute 27-jährige Rahmatullah Haschemi kurz nach den Anschlägen in New York und Washington vom 11. September 2001 seine Heimat, weil er US-Angriffe auf Afghanistan kommen sah.

Im Dunstkreis von Bin Laden

Haschemi habe früher zeitweise im unmittelbaren Umfeld des Chefs des Terrornetzwerks El Kaida, Osama bin Laden, gelebt. Inzwischen lerne er in Yale Englisch und habe dort auch ein Seminar über Terrorismus belegt, heißt es in dem Bericht.

Vom Gedankengut der Taliban sei Haschemi schon während seines Lebens in Afghanistan abgerückt, hieß es in dem Bericht weiter. Er habe es abgelehnt, dass Frauen ausgepeitscht und im Stadion von Kabul Menschen hingerichtet wurden.

Angst vor Guantanamo

Im Jahr 2004 sei er nochmals in die afghanische Hauptstadt zurückgekehrt, weil er dort mit US-Vertretern seine Einreisegenehmigung regeln sollte. Damals habe er befürchtet, er könne in das US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba verschleppt werden.

Heute halte er sich "in mancher Hinsicht für den glücklichsten Menschen der Welt", sagte Haschemi dem "New York Times Magazine". "Ich hätte in Guantanamo landen können, stattdessen bin ich in Yale." Haschemis Frau und Sohn leben in Pakistan.

0 Comments:

Post a Comment

<< Home