Wednesday, February 22, 2006

Moschee im Irak gesprengt

Oft beschreiben Zeitungsartikel nicht nur das, was geschehen ist, sondern fördern auch die Wünsche des Autors zu Tage. Wenn man die unzähligen Artikel über die Sprengung der Askarija-Moschee überfliegt, gewinnt man den eindruck, im Irak sei der Bürgerkrieg bereits ausgebrochen. Ein solches Bürgerkriegsszenario ließe sich vielleicht tatsächlich entwerfen. Jedoch wird diese Idee so durchgängig und mitunter sogar mit verhaltener Begeisterung beschrieben, dass man sich an die Zeiten des Irakkrieges erinnert fühlt, als man sich ein gigantisches Chaos mit möglichst vielen Toten herbeiwünschte.

Ich poste deshalb einen - für Blog-Verhältnisse - veralteten Artikel. Ich wollte diese Meldung nicht untergehen lassen, da sie den barbarischen Charakter der Islamisten demonstriert.


Irakische Extremisten haben eines der wichtigsten schiitischen Heiligtümer der islamischen Welt angegriffen und stark beschädigt. Sie plazierten einen Sprengsatz in der Askarija-Moschee in Samarra, die Explosion zerstörte die goldene Kuppel. Offenbar wurden mehrere Menschen unter den Trümmern begraben. Tausende Schiiten protestierten gegen die Tat. Nach Angaben des nationalen Sicherheitsberaters Muwafak al-Rubaie trugen die Angreifer Uniformen einer Sondereinheit. Sie hätten die Wachmänner außer Gefecht gesetzt, die Bombe deponiert und gezündet. Anschließend seien sie geflohen. Rubaie verdächtigte die Terrorgruppe al-Qaida im Irak und die militante sunnitische Gruppe Ansar al-Sunna der Tat. Deren Ziel sei es, "den Irak in den Bürgerkrieg zu treiben", sagte er dem Sender al-Arabija.

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