Sunday, February 05, 2006

Eine Dokumentation des geballten Wahnsinns

Manchmal bekommt man den Eindruck, dass in der ganzen Welt nur verrückte umherlaufen. Dies hat vor allem eines zur Folge: Es fehlen die Worte, um diesen Wahnsinn zu beschreiben. Nachdem die Islamisten weltweit begannen, Botschaften in Brand zu setzen und Morddrohungen auszusprechen, konnte ich zum ersten mal nachvollziehen, was Karl Kraus meinte, als er sagte, dass ihm in Bezug auf die Nazis die Worte fehlen würden: Die Fakten erklären sich von selbst; sie müssen nicht mehr analysiert werden. Eine mögliche Satire würde von der Realität übertroffen und auch jede Polemik wäre nicht zu viel mehr in der Lage, als einfach nur zu beschreiben. Deshalb bleibt an dieser Stelle nichts anderes, als einige der bisher bekannten Fakten zusammenzutragen.

Beginnen wir damit, uns anzuschauen was die deutschen Muslime von den dänischen Cartoons über den Propheten Mohammed halten.

Die Äusserungen des Zentralrats der Muslime in Deutschland fielen relativ harmlos aus. Im Grunde genommen hörte man vom Zentralrat nichts anderes, als von allen möglichen europäischen Politikern.


Der Zentralrat der Muslime hat die in verschiedenen Zeitungen veröffentlichten Karikaturen über den Propheten Mohammed scharf kritisiert. Es sei „entwürdigend”, eine religiös so bedeutende Figur wie den Propheten „auf diese Art und Weise darzustellen”, sagte der Zentralrats-Vorsitzende Nadeem Elyas am Donnerstag der Nachrichtenagentur.

Die schlimmeren Islamisten sitzen in Deutschland bekanntlich im Orientinstitut, wo sich Udo Steinbach äußerte. Grund für die Gewaltausbrüche, sei die "Arroganz" des Westens.

Der Direktor des Deutschen Orient-Instituts in Hamburg, Udo Steinbach, wirft dem Westen im Zusammenhang mit dem Konflikt sogar Arroganz vor. Die Anzahl der Menschen in der islamischen Welt, die dem Westen kritisch gegenüber stünden, werde größer, sagte Steinbach der in Cottbus erscheinenden "Lausitzer Rundschau". Dazu trage dieser durch seine Arroganz bei. Der Westen glaube noch immer, er könne der Welt Bedingungen in politischer, religiöser und kultureller Hinsicht diktieren, kritisierte Steinbach. In der islamischen Welt werde dies aber immer weniger akzeptiert wird, wie die gegenwärtigen Ereignisse zeigten.

In der arabischen Welt wurde weniger verhalten reagiert.

Der indonesische Aussenminister geißelte die Zeichnungen als einen Ausdruck von "Islamophobie" (Woher dieser Begriff kommt, wird in diesem Artikel beschrieben). Der Mob auf der Strasse sah die Angelegenheit anders und forderte den Tod des dänischen Botschafters.


Der indonesische Außenamtssprecher Yuri Thamrin sagte, die Veröffentlichung der Karikaturen sei taktlos. „Vielleicht spiegelt das auch so genannte Islamphobie wider“, eine Abneigung gegen den Islam.


Mehrere hundert aufgebrachte Moslems haben in der indonesischen Hauptstadt Jakarta gegen die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed in Dänemark protestiert. „Laßt uns in den heiligen Krieg ziehen!“, riefen die Demonstranten vor der dänischen Botschaft. „Wir sind bereit für den Dschihad!“
Mehrere Mitglieder der Islamischen Verteidigungsfront (FPI) warfen Eier; einige drangen in das Bürogebäude ein, wurden aber von der Polizei herausgetrieben. Auf einem Plakat stand: „Laßt uns den dänischen Botschafter abschlachten!“

In Ägypten und der Türkei war man ebenfalls der Meinung, die Zeichnungen des Propheten seien eine schlimme Beleidigung für die Ummah.

Der ägyptische Präsident Husni Mubarak erklärte, Pressefreiheit dürfe nicht als Entschuldigung für die Beleidigung der Religion dienen. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte die Karikaturen als „Angriff auf unsere geistig- moralischen Werte“. Die Pressefreiheit müsse Grenzen haben, sagte Erdogan im Gespräch mit dem französischen Außenminister Philippe Douste-Blazy in Ankara, wie die Nachrichtenagentur Anadolu meldete.

Die Palästinenser haben die Hamas gewählt, weil es unter ihnen an antisemitischem Pack und Islamistischen Fanatikern nur so wimmelt. Kein Wunder also, dass sie sich auch im "Karikaturenstreit" engagieren: Natürlich melden sich die Terroristen zu Wort.

Aus Protest gegen die von Muslimen als Gotteslästerung betrachteten satirischen Zeichnungen stürmten am Montag in Gaza-Stadt bewaffnete Palästinenser ein Büro der Europäischen Union, die radikal-islamische Hamas rief zum Boykott dänischer Produkte auf.
Zehn Männer bezogen mit Handgranaten und Panzerfäusten bewaffnet Wache vor dem EU-Gebäude. Eine halbe Stunde später wurde die Besetzung beendet. Die Extremisten verbrannten dänische Flaggen und drohten, weder Dänen noch Norweger in den Gazastreifen einreisen zu lassen.(QUELLE)


Am Vormittag hatten bereits mehrere hundert wütende Palästinenser die deutsche Vertretung in der Stadt Gaza attackiert. Das Büro war jedoch zur Zeit des Angriffs geschlossen. Augenzeugen berichteten, junge Männer und Schüler hätten das Gebäude mit Steinen beworfen und Mobiliar außerhalb des Büros verwüstet. Die Randalierer sagten, sie wollten gegen eine Beleidigung des Propheten Mohammed protestieren, nachdem die Karikaturen auch in deutschen Zeitungen veröffentlicht worden waren.(QUELLE)


Der Chef der radikal-islamischen Hamas, Chaled Meschal, sagte in Damaskus: "Beeilt Euch und entschuldigt Euch bei unserer (moslemischen) Nation, weil ihr werdet es bereuen, wenn ihr es nicht tut. Heute kämpft ihr gegen die Soldaten von Gott." In Ramallah wurde eine französische Flagge verbrannt. In Indonesien, dem größten moslemischen Land, verwüsteten aufgebrachte Demonstranten den Eingangsbereich eines Gebäudes, in dem die dänische Botschaft untergebracht ist.(QUELLE)

Auch der iranische Präsident trägt seinen Teil zum Cartoon-Jihad bei: wirres Zeug.

Irans Präsident Ahmadineschad habe gesagt: „Man muß die Wirtschaftsverträge mit dem Land überprüfen und annullieren, das mit diesem abscheulichen Akt begonnen hat, und mit den Ländern, die ihm gefolgt sind.” Die Veröffentlichungen der Mohammed-Karikaturen beweisen seiner Ansicht nach „die Vermessenheit und Unhöflichkeit” westlicher Zeitungen.

Im befreiten Irak wird gedroht, dänische Soldaten zu ermorden.

Im Irak rief eine Extremisten-Gruppe zu Gewaltakten gegen die Bürger jener europäischer Länder auf, in denen die Zeichnungen veröffentlicht wurden.
[...]Im Irak verbreitete am Sonntag eine Gruppe mit dem Namen "Armee des Rechts" Flugblätter, auf denen sie Anschläge auf die mehr als 500 dänischen Soldaten sowie auf nicht-moslemische Einrichtungen in dem Golfstaat ankündigte.

Im Libanon sympathisiert man mit Al Quaeda. Kein Wunder also, dass dort das dänische Konsulat in Brand gesteckt wurde:

Im Libanon marschierten tausende palästinensische Flüchtlinge durch die Straßen und verbrannten dänische und norwegische Flaggen. Sie riefen den Chef der Moslem-Extremistenorganisation Osama bin Laden auf, sich für Prophet Mohammed zu rächen. "Proteste reichen uns nicht.

Libanesische Demonstranten haben am Sonntag das dänische Konsulat in Beirut in Brand gesetzt. Rund 20.000 Menschen protestierten in der libanesischen Hauptstadt gegen die in Europa veröffentlichten Mohammed-Karikaturen. Die Armee hinderte sie mit Tränengas, Wasserwerfern und Warnschüssen daran, in Richtung der dänischen Botschaft im Osten der Stadt vorzudringen.(QUELLE)

Die Menge demolierte drei Feuerwehrwagen, damit der Brand nicht gelöscht werden konnte. Die Armee hatte zuvor versucht, die Menschen mit Warnschüssen, Tränengas und Wasserwerfern zurückzudrängen. (QUELLE)

In Pakistan machten Regierung und islamistische Demonstranten gemeinsame Sache.

Zu Protesten mehrerer hundert muslimischer Demonstranten kam es auch in den pakistanischen Städten Multan und Lahore. In Multan steckten sie dänische und französische Flaggen in Brand. Weitere landesweite Proteste sind dort für heute geplant.


Das pakistanische Parlament verabschiedete eine Resolution, in der die Karikaturen als "niederträchtig, empörend und provokativ" verurteilt werden.

In Syrien wurden die dänische und die norwegische Botschaft in Brand gesetzt:

Bereits gestern waren in Syriens Hauptstadt Damaskus mehrere tausend Menschen vor die Botschaften Dänemarks und Norwegens gezogen. Ein Teil der Demonstranten hatte die Absperrungen der Polizei durchbrochen, die Gebäude gestürmt, Möbel und Akten aus den Fenstern geworfen und Brände gelegt.
[...]
Das syrische Außenministerium erklärte, dass es die Gewalttaten bedauere. "Wir verstehen die Wut des Volkes über die Beleidigungen des Propheten, aber die Verletzung von Gesetz und Ordnung ist nicht hinnehmbar"(QUELLE)

Wie so oft, arbeiteten Staat und Mob Hand in Hand. Dass es, wie hier behauptet wird, "unklar" sei dass es in einem Repressiven Regime wie Syrien nur Demonstrationen geben kann, wenn die Regierung diese auch zulässt, wage ich zu bezweifeln.

Rätselhaft ist, was in Syrien geschieht, einem Polizeistaat, in dem es keine „spontanen” Demonstrationen geben kann. Unklar ist, ob das Regime Assad die Demonstranten bewußt hat gewähren lassen oder ob die Demonstration außer Kontrolle geriet, weil sich extremistische Islamisten des Protests bemächtigt hatten.

Dass die islamistischen Terrororganisationen mit Terror drohen würden, war ohnehin zu erwarten.

Sprecher einer angeblich mit Al Qaida verbundenen Terrorgruppe sowie der libanesischen Hizbullah hatten schon am Freitag mit Selbstmordattentaten in Kopenhagen und einem „blutigen Krieg” gedroht. Ein einflußreicher und als gemäßigt geltender Imam, Scheich Mohammed al Sherief, sagte in Kairo, er habe „keinen Zweifel”, daß es in der dänischen Hauptstadt wie schon in New York, London und Madrid Selbstmordanschläge geben werde, falls sich der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen nicht „deutlich” entschuldige und die „Schuldigen” bestraft würden.

Dass sich die Regierung in Afghanistan nicht besser äussert, als in den anderen arabischen Staaten vielleicht auch. Man fragt sich beinahe, weshalb die USA diesen Staat überhaupt befreit haben.

Auch Afghanistan hat sich am Donnerstag der muslimischen Kritik an den Karikaturen angeschlossen. Die Verbreitung der Zeichnungen sei ein Affront gegen Hunderte Millionen Menschen, sagte Außenminister Abdullah Abdullah bei einer Pressekonferenz in Kabul. „Wir als islamisches Land verurteilen das mit allem Nachdruck.”

In Europa sieht es auch nicht viel besser aus. Plötzlich entdecken Leute ihre religösen Gefühle, von denen man es nicht erwartet hätte.

Beginnen wir mit dem Chefdiplomaten der Europäischen Union, Javier Solana. Dieser ist der Meinung, das Veröffentlichen von Karikaturen sei respektlos gewesen.

Führende Politiker versuchten, die Wogen zu glätten. EU-Chefdiplomat Javier Solana zu BILD am SONNTAG: „Ich befinde mich im ständigen Kontakt mit Führungspersönlichkeiten islamischer Länder und mit arabischen Regierungen. Ich versuche, die Situation zu beruhigen und rufe zu gegenseitigem Dialog und Respekt auf. Toleranz und gegenseitiger Respekt spielen eine ebenso große Rolle wie das Prinzip der Meinungsfreiheit.“

Auch Horst Köhler ruft zum Respekt vor Mohammed auf. Edmund Stoiber fordert im Einklang mit Köhler "Zurückhaltung" nicht etwa von jenen, die überall Botschaften in Brand stecken, sondern gegenüber der "Religion anderer Menschen".

"Meinungsfreiheit ist ein unverzichtbarer Bestandteil europäischer Demokratie", sagte Köhler. Zur Freiheit gehöre eben auch Verantwortung und Respekt vor dem Anderen und seinen religiösen Gefühlen.

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", der Respekt vor der Religion anderer Menschen verlange manchmal auch ein Stück Zurückhaltung. "Unsere Pressefreiheit darf am Ende nicht zu einer schweren Verletzung von Gefühlen in anderen Kulturkreisen führen."

Auch bei den Katholiken versteht man, dass die Islamisten verletzt wurden.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, äußerte scharfe Kritik an den Karikaturen. "Zu den Grundlagen des Zusammenlebens gehört die Achtung vor dem religiösen Bekenntnis anderer Menschen", sagte der Kardinal dem Blatt. Karikaturen würden dann problematisch, wenn sie an den Kern eines religiösen Bekenntnisses rührten. Dies sei nach Überzeugung vieler Muslime mit den Karikaturen verletzt worden.

In Österreich ist man sich sicher, dass religöse Gefühle wichtiger sind, als Pressefreiheit.

Die österreichische Außenministerin und amtierende EU- Ratsvorsitzende, Ursula Plassnik, hat sich dafür ausgesprochen, Äußerungen und Handlungen, die eine Religion in beleidigender Weise herabwürdigen, „deutlich zu verurteilen“.

In England, wo sich keine einzige Zeitung findet, die die Mohammedzeichnungen veröffentlichen möchte, und al-Guardian als angesehene Zeitung gilt, bestätigte Jack Straw den allgemeinen Konsens.

Auch der britische Außenminister Jack Straw kritisierte die Zeitungen scharf. «Der Nachdruck dieser Zeichnungen ist beleidigend und respektlos», sagte er. In jeder Religion gebe es Tabus und die Medien müssten dafür Respekt zeigen. Der Außenminister lobte die britischen Medien: Diese hätten große «Zurückhaltung und Sensibilität» bei ihrer Entscheidung gezeigt, die Karikaturen nicht zu drucken.

Auch in London und Dänemark gingen die Islamisten auf die Strasse. Das Foto von der Demonstration in London dürfte wohl alles über das inhaltliche Programm der Jihadisten sagen.

Auch in Europa kam es zu Demonstrationen. In London versammelten sich vor der dänischen Botschaft mehrere hundert Menschen. Ein Sprecher forderte die islamischen Länder auf, alle Beziehungen zu den europäischen Ländern abzubrechen, in denen die Karikaturen erschienen waren.

In Kopenhagen kam es zu kleineren Zusammenstößen junger Muslime mit der Polizei. Im nahe gelegenen Hilleröd demonstrierten etwa 50 Rechtsextremisten gegen die islamischen Proteste und riefen "Dänemark den Dänen". Später kam es zu Zusammenstößen mit Muslimen und linksgerichteten Aktivisten. Die Polizei erklärte, im Zusammenhang mit den Demonstrationen seien 140 Menschen in Gewahrsam genommen worden.

Während die Zeichner der Cartoons und die Mitarbeiter der Zeitung Jyllands Posten um ihr leben fürchten müssen, überbieten sich Islamisten und Europäer darin zu betonen, wie kränkend die Mohammed-Bilder sind.

Die Zeichner der umstrittenen dänischen Mohammed-Karikaturen müssen um ihr Leben fürchten. Einige der Karikaturisten haben Morddrohungen erhalten.
[...]
Nach den Morddrohungen werden alle zwölf Zeichner rund um die Uhr von Leibwächtern geschützt. (QUELLE)


Unterdessen mußten Büros der Zeitung „Jyllands-Posten” am Dienstag nachmittag wegen einer telefonischen Bombendrohung evakuiert werden. Nach anderthalb Stunden ergebnisloser Suche nach einem Sprengsatz gab die Polizei die Räume der Zentralredaktion in Århus wieder frei, in Kopenhagen dauerte die Suche am Abend noch an. (QUELLE)

Trauriger Weise hat man auch aus den USA zunächst vor allem europäische Töne zu hören bekommen.

"Diese Karikaturen sind in der Tat ein Angriff auf den Glauben der Moslems", sagte Kurtis Cooper, Sprecher des US-Außenministeriums. "Wir würdigen und respektieren alle vollkommen die Meinungs- und Pressefreiheit, aber dies muss im Zusammenhang mit Presseverantwortung geschehen", sagte er. Auf derartige Weise religiösen oder ethnischen Hass anzustacheln sei nicht hinnehmbar. Die USA schalteten sich damit in den Streit über die Karikaturen zwischen Europa und der moslemischen Welt ein.

Nachdem die Islamisten Botschaften in Brand gesteckt hatten änderte sich dies jedoch ein wenig.

Die USA haben Syrien vorgeworfen, die am Samstag von Demonstranten gegen Mohammed-Karikaturen in Brand gesetzten Botschaften Dänemarks und Norwegens nicht geschützt zu haben. „Die USA verurteilen aufs Schärfste die Brände der dänischen und norwegischen Botschaften in Damaskus, die auch die Botschaften Chiles und Schwedens beschädigt haben“, erklärte US-Präsidialamtssprecher Scott McClellan. „Das Versagen der syrischen Regierung, diplomatischen Gebäuden Schutz zu bieten, obwohl vor geplanter Gewalt gewarnt worden war, ist unentschuldbar.“

Das US-Außenministerium habe den syrischen Botschafter aufgefordert, seine Regierung müsse alle ausländischen Botschaften und Bürger in Damaskus vor Übergriffen beschützen, fügte McClellan an. „Wir werden Syrien für solche gewaltsamen Demonstrationen verantwortlich machen, da diese in jenem Land nicht ohne Wissen und Unterstützung der Behörden stattfinden können.“

Die USA erklärten sich angesichts dieser „skandalösen Vorgänge“ solidarisch mit Dänemark und ihren europäischen Verbündeten, hieß es.

In den Hauptquartieren des Global Jihad, bei der UN nämlich, gab sich Kofi Annan versöhnlich, obwohl er den "Unmut" der Islamisten teilt.

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die durch die Karikaturen des Propheten Mohammed beleidigten Muslime zur Annahme der Entschuldigung der dänischen Zeitung „Jyllands Posten“ aufgerufen. Annan sagte nach Angaben der UN am Freitag in New York, er teile den Unmut der Muslime, die ihre Religion durch die Karikaturen angegriffen sähen.

Einige Organisationen bezeichnen sich deshalb als antirassistisch, weil sie von Antisemitismus nicht sprechen wollen. Wann haben sich solche Leute je zu dem antisemitischen Dreck in arabischen Zeitungen geäußert?

Scharfe Kritik an dem Nachdruck übte auch die Antirassismusvereinigung MRAP, die die Karikaturen auf eine Ebene mit den Darstellungen von Juden durch die Nazis stellte. Von einer "sinnlosen Provokation" und einer "Diffamierung des Glaubens" sprachen mehrere Vertreter christlicher und jüdischer Glaubensgemeinschaften in Paris.

Und die deutschen Medien?

Der Spiegel ist der Meinung, dass die Islamisten nicht wegen den Karikaturen so ausrasten und damit beginnen europäische Botschaften anzünden, sondern weil es ihnen schwergemacht wurde, Visa für die USA zu bekommen:


Zahllose Muslime bekamen das nach dem 11. September 2001 am eigenen Leib zu spüren, als sie in die USA reisen wollten. Sie erhielten nur schwer ein Visum; bei ihrer Ankunft wurden sie unterschiedslos nach Bomben und Granaten gefilzt. Die Muslime sehen es umgekehrt: Es ist der Westen, welcher den Orient vor allem wegen des Rohöls beherrschen will. Israel gilt den meisten Arabern als westliche Zweitwohnung, von der aus bequem die imperialistischen Träume der USA und Europas verwirklicht werden sollen.

In der Frankfurter Rundschau gibt ein gewisser HARRY NUTT seine Ansichten zum Besten. Er vertritt die Auffassung, dass die Morddrohungen nichts weiter seien, als die Einforderung einer "symbolischen Kommunikation".

Die gewalttätigen Angriffe meist jugendlicher Muslime in mehreren arabischen Ländern gegen europäische Einrichtungen überraschen nicht nur durch ihre Heftigkeit. Ihnen steht auch eine vergleichsweise schwache Forderung gegenüber. Kein materielles Pfand, kein politisch erreichbares Ziel wird eingeklagt, sondern symbolische Kommunikation. Dänemark und die EU, so die Erwartung, mögen sich entschuldigen für etwas, was sie als Institution gar nicht zu verantworten haben. Brennende Fahnen und zertrümmertes Mobiliar für eine Geste. Von der stummen, als kalt empfundenen Institution wird demonstrativ eine menschliche Regung verlangt.

Die Entschuldigung ist ein Vorgang asymmetrischer Kommunikation. Es ist etwas vorgefallen, das das reibungslose Funktionieren des kommunikativen Handelns unterbricht. Rede und Gegenrede, aber auch sprachlose Interaktion sind gestört. Die Kommunikation, die jetzt noch stattfindet, ist vergiftet. Die Akteure befinden sich im Zustand gegenseitigen Belauerns. Anlass und Reaktion klaffen immer weiter auseinander, die Wut genießt sich als absolutes Gefühl. Das Verlangen nach Entschuldigung hingegen ist das Verlangen nach einer Nullstellung. Ein plötzlich aufgetretenes Gefälle soll abgebaut werden, die Entschuldigung ist eine provisorische Reparatur mit dem Ziel anschlussfähiger Kommunikation.

Die Entschuldigung ist keineswegs ein einseitiger Vorgang, das augenscheinliche Machtgefälle, das sich vorübergehend auch im Gewaltexzess zu äußern vermag, kann täuschen. Der Forderung nach Entschuldigung steht die freiwillig geleistete gegenüber. Wer sich entschuldigt, bringt seinen Adressaten in Verlegenheit. Die unverhofft gezeigte Demut vermag die Karten neu zu mischen. War der Schuldige weitgehend handlungsunfähig, so eröffnet ihm die Entschuldigung wieder Optionen. Der einfache Satz "Ich habe Schuld" ist nicht bloß ein reumütiges Bekenntnis, er bringt den Bekennenden auch wieder ins Spiel. Nicht selten ist aber auch die Forderung nach Entschuldigung bloß ein verzweifelter Versuch, ins Spiel zu kommen.

Wenn islamisten sich nun gekränkt fühlen, dann liegt es daran, dass sie rassistisch Diskriminiert würden, meint ein gewisser Manfred Bleskin bei N-TV. Der Mob in Damaskus fängt an zu brandschatzen, weil die Dänen ausländerfeindlich sein sollen.

Die Karikaturen, die den moslemischen Propheten Mohammed in Dänemarks größter Tageszeitung in Verbindung mit blutrünstigen Terroristen bringen, sind einer Atmosphäre erwachsen, in der die rechtsliberale Venstre mit Hilfe der Dansk Folkeparti auf der Woge einer geschürten Ausländerfeindlichkeit an die Macht gekommen ist.

Die Begrenzung der Einwanderung in das einst so tolerante Legoland war das Thema bei den Wahlen Ende 2001, als sogar Sozialdemokraten meinten, alles was faul sei im Staate Dänemark, wäre auf Einwanderer und Asylbewerber zurückzuführen. Die in Aarhus erscheinende "Jyllands-Posten" hat dabei eine unrühmliche Rolle gespielt. Die im Folketing mit nur vier Abgeordneten vertretene weit rechtsgerichtete Fremskridtsparti übrigens hat in den vergangenen Tagen bei Blitzumfragen erheblich zugelegt. Insofern ernten das Blatt und die Regierung von Anders Fogh Rasmussen mit den Protesten jetzt die Früchte ihrer eigenen Saat.


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